12.000 Euro Repressionskosten? CDU besetzen – unbezahlbar!

Seit der CDU-Besetzung vor über einem Jahr überzieht der Staat die beteiligten Internationalist*innen mit Repressionskosten von über 12.000 Euro!

Zur Unterstützung haben wir neben dem Spendenkonto jetzt auch einen Moneypool, den ihr gerne weiter verbreiten könn!

Zum Money-Pool,

Bild

Das Vorgehen des Staates zeigt, es wurde ein Nerv getroffen. Die CDU in der Regierung ist wesentlich mit dafür verantwortlich, dass die völkerrechtswidrige Invasion in Rojava möglich war und bis heute andauert. Durch weitere Lieferung an Rüstungsgütern, finanzielle Unterstützung und fehlende Sanktionen.

Ihre Verantwortung versteckt die CDU hinter Lippenbekenntnissen zum Völker- und Menschenrecht ohne aber ernsthaft zu intervenieren. Die mit der Besetzung verbundenen Forderungen führten dieses doppelte Spiel der CDU einer breiten Bevölkerung vor Augen.

Da auch in Sachsen die CDU in der Regierungsverantwortung ist, ist der Prozess gegen die Besetzer*innen klar politisch motiviert, woraus die absurd hohen Geldbeträge in den Strafbefehlen resultieren.
Weitere Infos findet ihr auf unserem Block!

#Riseup4Rojava #cdubesetzen

#3 Ein Jahr später muss der Kampf weiter gehen!

WIDERSTAND ORGANISIEREN! ROJAVA VERTEIDIGEN! CDU BESETZEN!

Am 25. Oktober 2019 besetzten 13 Internationalist*innen erfolgreich das CDU-Wahlkreisbüro in Chemnitz. Nun laufen Ermittlungen gegen alle Beteiligten und die ersten Strafbefehle ergeben Repressionskosten im fünfstelligen Bereich.

Am 9. Oktober startete die militärische Invasion der türkischen NATO-Armee und ihrer verbündeten dschihadistischen Milizen gegen die Menschen in Nord- und Ostsyrien (Rojava). Dieser Krieg dient keineswegs der „Grenzsicherung“, sondern faktisch der Vernichtung der kurdischen Identität und aller im Zuge der Revolution in Rojava geschaffenen Errungenschaften. Aufgrund der politischen, wirtschaftlichen und personellen Verbindungen der BRD mit der kolonialfaschistischen Präsidialdiktatur der Türkei, sahen sich Internationalist*innen in Chemnitz gezwungen, Protest zu verüben.

Dieser unmenschliche Vernichtungsfeldzug der Türkei gegen die Menschen in Kurdistan reiht sich ein in eine jahrzehntelange Tradition des Genozids und Femizids an Kurd*innen, Jesid*innen, Armenier*innen und vielen anderen unterdrückten Minderheiten in Westasien. Im April 2018 gelang es dem türkischen Staat mit einer Armee aus Dschihadisten unter Einsatz von deutschen Panzern und Kriegstechnik nach dreimonatigen Kämpfen mit den YPG/YPJ die Stadt Êfrin völkerrechtswidrig zu annektieren. Nun befindet sich die gefallene Stadt unter Schreckensherrschaft von religiösen Fundamentalisten und die AKP setzt sich zum Ziel, durch Ansiedlung von IS-Familien und arabischen Geflüchteten die Demografie der Region nachhaltig zu ändern – und Kurd*innen von der Karte zu tilgen.

Als in Efrin Bomben fielen, hat die internationale Gemeinschaft geschwiegen. Als die türkische Armee und Dschihadisten verschiedenster islamistischer Organisationen, wie Al-Nusra und dem IS, 2019 in Rojava einfiel, bombardierte, exekutierte, Chemiewaffen einsetzte, vertrieb, plünderte und vergewaltigte, schwiegen die Herrschenden abermals. Hunderttausende Internationalist*innen tragen seitdem ihren Protest, ihre Wut und ihre Solidarität mit den Menschen in Rojava und einer einzigartigen Revolution auf die Straße.

Um gegen die kriegerische Zusammenarbeit der Bundesregierung mit der Türkei zu protestieren, besetzten am 25. Oktober 13 Internationalist*innen erfolgreich das CDU-Wahlkreisbüro am Markt in Chemnitz. Im Verlauf eines simulierten Interviews mit der Kreisvorsitzenden gelangten die Aktivist*innen in das Parteibüro. Drei der Besetzer*innen ketteten sich mit Eisenschlössern irre-versibel an eine Absturzsicherung am Fenster. Aus den Fenstern im zweiten Stock wurde während der ganzen Besetzung mit Passant*innen und der unterstützenden Kundgebung vor dem Haus der CDU-Geschäftsstelle kommuniziert. Während den Verhandlungen mit der Polizei und der anschließenden Räumung verhielten sich alle Besetzer*innen entschlossen und gewaltfrei. Trotz aller Angebote, Einschüchterungsversuche, Provokationen und Beleidigungen von Einsatzleitung und Beamt*innen ließen sich die Internationalist*innen gewaltvoll räumen. Die Polizei wendete bei der Räumung permanent Schmerzgriffe und rohe Gewalt an. Nach fast vier Stunden war das CDU-Büro vollständig geräumt. Allen Besetzer*innen wurde nach der Räumung ein Platzverweis erteilt, eine Internationalistin wurde aus inszenierten Gründen für mehrere Stunden in der Hauptwache gefangen gehalten.

Nach der Aktion suchten zwei Internationalist*innen mit Verletzungen an Kopf, Händen und Rippen einen Notfallchirurgen auf. Im Nachgang der Aktion wurden alle 13 Besetzer*innen beschuldigt, sich strafbar gemacht zu haben gemäß §§240, 123 StGB (Hausfriedensbruch, Nötigung) und §§ 17, 28 SächsVersG (Verbot von Vermummung u. Schutzwaffen bei Versammlungen). Eine weitere Person, welche auf der Kundgebung ein Interview gegeben hat, wurde wegen Mittäterschaft angeklagt. Mehrere Aktivist*innen haben nun, zusätzlich zu Zahlungsaufforderungen, welche den Polizeieinsatz refinanzieren sollen, Strafbefehle erhalten. Gegen die geforderten Geldstrafen werden wir juristisch vorgehen. Die Strafzahlungen betragen pro Person zwischen 1200€ und 2700€, aufgeteilt auf 60 bis 100 Tagessätze. Somit befinden sich unsere Repressionskosten bereits im fünfstelligen Bereich.

WIR WERDEN HEUTE LAUTER SEIN DENN JE!

Gerade jetzt ist es umso wichtiger, den Kampf der Befreiungsbewegung Kurdistans zu unterstützen und darauf aufmerksam zu machen! Während des Ausbruches der Corona-Pandemie begannen sich auf der ganzen Welt – in den USA, Chile, Belarus, Polen, Slowenien oder Frankreich – Menschen gegen staatliche Herrschaft, Patriarchat, Unterdrückung und Rassismus zu wehren. Diese Menschen kämpfen für ein besseres Leben für uns alle, die Gleichberechtigung der Frau, einen bewussten Umgang mit der Umwelt und ein selbstverwaltetes Leben! Rojava versucht alles zu vereinen, was diese Kämpfe fordern und zeigt, das ein anderes Leben möglich ist.

Am Montag, den 15. Juni 2020, startete die Türkei eine erneute militärische Offensive gegen die Gebiete im Norden und Süden des Irak (Südkurdistan). Flugzeuge der türkischen Luftwaffe bombardieren seitdem zivile Siedlungsgebiete in Şengal und Qendîl sowie das Geflüchtetencamp Mexmûr und einige Guerillagebiete. Die Angriffe wurden im Zuge einer neuen Großoffensive des islamistisch-nationalistischen AKP/MHP-Regimes durchgeführt. Dieser Bombenangriff ist ein erneuter Genozid und Feminizid an den dort vorrangig lebenden Ezid*innen, von denen sich Viele 2017 aktiv an der Bekämpfung des IS beteiligten und danach flüchten mussten. Rojava leidet weiterhin besonders unter den Folgen der Corona-Pandemie, mehr als andere Regionen und Staaten weltweit. Die Türkei griff seit Beginn der Corona-Krise bewusst medizinische Einrichtungen an. Zum Beispiel wurde bei diesem Angriff gezielt ein Krankenhaus im Şengal bombardiert, um die Ausbreitung der Pandemie und somit das Sterben von Menschen zu begünstigen! Diesem Ziel dient auch die Kontrolle und Sabotage der Wasserzufuhr von der Türkei nach Syrien durch die türkische Regierung. Momentan sind Dutzende Dörfer und Städte in Rojava ohne Wasserzufuhr.

Ob der türkische Staat aus Schwäche oder im Gegenzug zu anderweitigen Versprechungen Russlands in Idlib einen Schritt zurück gesetzt hat, ist weiterhin unklar. Eindeutig ist jedoch, dass die Türkei sich nach diesem Schritt wieder den Autonomiegebieten in Nord- und Ostsyrien zugewandt und am 21.10.2020 eine Angriffswelle auf Ain Issa gestartet hat. Während die Entwicklungen in Idlib gemäß des Spielplans der internationalen Mächte stattfinden, kommt es in der Region auch zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen den verschiedenen „oppositionellen Gruppen“. Maßgebliche Kraft ist weiterhin der Al-Qaida-Ableger Hayat Tahrir al-Sham (HTS), der sich seit der Waffenruhe vom 5. März 2020 reorganisiert. Die Region ist zu einer Brutstätte des Terrorismus geworden, der nach Libyen, Arzach (Bergkarabach), in den Jemen und den Irak exportiert wird. Zurzeit bereiten sich alle Seiten auf den unvermeidbar bevorstehenden Krieg in Idlib vor. Der türkische Staat setzt darauf, sich nach Bedarf auf Russland oder die USA zu stützen, um die zwischen diesen Mächten bestehenden Konflikte und Einigungen für eine Verfestigung der eigenen Präsenz auf syrischem Boden zu benutzen.

Es zeichnet sich ab, dass die nächste Eskalation kurz bevor steht. Im Angesicht der Corona-Pandemie und dem globalen Angriff auf die Gesellschaften, im Angesicht der wachsenden Aggression des türkischen Faschismus in Kurdistan und in der gesamten mittelöstlichen Region heißt es, im Sinne einer internationalen antifaschistischen, antiimperialistischen und antikapitalistischen Front, gemeinsam Hand in Hand den Widerstand zu organisieren und sich auf den nächsten Angriff auf Rojava vorzubereiten. Der türkische Faschismus wird weder in Libyen, noch im Mittelmeer gestoppt werden, sondern in Rojava, in den Bergen Kurdistans und mit dem Aufstand in den Metropolen wird er sein Ende finden. Wir sehen uns als Teil der internationalen revolutionären Linken in der Verantwortung, die basisdemokratische, ökologische Frauenrevolution in Rojava zu verteidigen. Nichts wird uns davon abbringen, Seite an Seite mit den Freund*innen in Rojava für die Revolution in Westkurdistan und gegen den Faschismus zu kämpfen.

Bei all diesen Grausamkeiten dürfen wir nicht vergessen, dass Deutschland einer der wichtigsten Partner der Türkei ist und diesen Krieg unterstützt. Unter dem Deckmantel der EU werden mit deutschen Waffen, Geldern und logistischer Unterstützung immer wieder völkerrechtswidrige Angriffe von der Türkei durchgeführt. In den ersten vier Monaten von 2020 hat der Export von Kriegswaffen im Vergleich zu diesem Zeitraum im Jahr 2019 um 40% zugenommen. Die Empfängerländer sind mittlerweile Verschlusssache. 2019 war die Türkei das Land, welches die meisten Kriegs- und Rüstungsexporte aus der BRD empfangen hat. Dieser Umstand dürfte sich in Anbetracht der neoosmanischen Kriegsbestrebungen der türkischen Republik nicht geändert haben.

Dies bedeutet für uns als Linke in der BRD, dass wir den Ernst der Lage und unsere Position in diesem Krieg erkennen und handeln müssen. Nun ist die Zeit des globalen Widerstandes! Gegen Faschismus, Rassismus und Imperialismus. Die deutsche Gesellschaft muss sich ihrer privilegierten Stellung innerhalb der EU und ihrer Bedeutung als Partner der Türkei bewusst werden. Wir als Linke Bewegung müssen zeigen, was der Kampf hier in Deutschland bewirken kann und den Widerstand organisieren.
Wir rufen hiermit alle Freund*innen dazu auf, unsere Spendenkampagne zu unterstützen. Werdet Teil der Spendenkampagne und sammelt Geld bei euren Veranstaltungen, oder auf der Straße. Kauft unsere Solishirts! Wir sind dringend auf finanzielle Unterstützung angewiesen.

Berxwedan Jîyan e! Widerstand heißt Leben!
Bijî berxwedane Rojava! Lang lebe der Widerstand in Rojava!

Wie kann die Solikampagne unterstützt werden?


Liebe Freund*innen!

Eine Spendenkampagne lebt vor allem durch Vielfältigkeit und Multiplikator*innen. Auch wenn wir, die Internationalist*innen der CDU-Besetzung vom 25.10.19 und unser soziopolitisches Umfeld, unser Bestes geben, um weiterhin gegen den Genozid in Kurdistan vorzugehen, auf den Komplex der kurdischen Freiheitsbe-wegung aufmerksam zu machen und die Repressionskosten für die Verfahren im Nachgang der CDU-Besetzung zu decken, sind unsere Möglichkeiten in Chemnitz doch begrenzt. Deswegen brauchen wir die praktische Solidarität von euch! Wir hoffen, mit unserer Analyse und unseren Aktionen, ein wenig für Inspiration zu sorgen und die Notwendigkeit einer internationalistischen Intervention in Europa hervorzuheben. Wir erwarten nicht, dass ihr eure Arbeitsschwerpunkte und sozia-len Kämpfe vernachlässigt, um uns zu unterstützen, aber wir wünschen uns ein wenig Rückhalt und gedankliche Teilhabe. Wir hoffen darauf, dass ihr unsere Kampagne und unsere Ziele bei euren Projekten mitdenkt und Geld sammelt, wo immer es möglich ist. Wir freuen uns auf eure Aktionen und Spenden! ❤️

Serkeftin! (kurdisch: „Seid erfolgreich!“)

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UNTERSTÜTZUNGSMÖGLICHKEITEN FÜR EINZELPERSONEN

1. Erzähle allen Menschen in deinem Umfeld von dem Krieg in Kurdistan,
der CDU-Besetzung in Chemnitz und der Solikampagne!

2. Überlege, an welchen Orten und in welchen Locations Solimaterial (Plakate, Flyer) aufgehängt oder verteilt werden kann. Frage direkt in den Locations, ob das möglich ist oder schicke uns gern eine Liste und wir übernehmen die Kommuni-kation. Wir bemühen uns, das Solimaterial zeitnah zu verschicken!

3. Überlege, ob Menschen in deinem Umfeld bereit wären, Geld für die Solikampagne zu spenden und somit die Kampagne und Repressions-
kosten teilweise zu finanzieren. Erzähle ihnen von der Kampagne und
bitte sie um eine Spende. Auch kleine Beträge sind wertvoll!

4. Überlege, ob du und vielleicht einige Freund*innen Kapazitäten haben, um kleinere Spendenaktionen zu starten. Zum Beispiel können in solidarischen Clubs oder bei kulturellen – oder Bildungsveranstaltungen Spendendosen am Einlass aufgestellt werden. Mit einer Essensbude, einer Cocktailbar oder anderen Ver-kaufsständen bei Festivals, Stadtfesten oder Nachbarschaftsevents kann schnell und einfach viel Geld eingenommen werden. Auch durch Straßenmusik, Spenden-sammlungen an belebten öffentlichen Orten oder auf Demonstrationen können kleinere Beiträge zustande kommen. Es gibt viele Möglichkeiten! Schreibt uns gern an, um eure Ideen zu diskutieren oder falls ihr euch organisatorische Hilfe wünscht. Schickt uns gern Fotos von euren Aktionen!

5. Wenn du Kontakt zu Journalist*innen, Medienschaffenden oder Pressevertre-ter*innen hast, oder es in deiner Stadt ein cooles Stadtmagazin gibt, kannst du anfragen, ob die Möglichkeit besteht, unseren Spendenaufruf abzudrucken, ein Interview mit uns zu führen oder auf andere Weise auf die Kampagne aufmerksam zu machen! Andernfalls freuen wir uns auch über die Vermittlung von Kontakten oder Hinweise auf Medien, welche uns unterstützen könnten!

UNTERSTÜTZUNGSMÖGLICHKEITEN FÜR GRUPPEN, VEREINE UND ORGANISATIONEN

1. Macht über eure Internetkanäle, analoge Medien und in euren Räumlichkeiten auf den Krieg in Kurdistan, die CDU-Besetzung in Chemnitz und die Solikampagne aufmerksam! Schickt unseren Spendenaufrauf an alle befreundete Gruppen / Vereine / Organisationen. Je mehr Menschen von der Kampagne erfahren, desto mehr Spenden können aquiriert werden und umso mehr Menschen werden auf
den unmenschlichen Krieg in Kurdistan aufmerksam!

2. Überlegt, ob in euren Räumlichkeiten oder in anderen Locations Solimaterial (Plakate, Flyer) aufgehängt oder verteilt werden können. Fragt direkt in den Locations, ob das möglich ist oder schickt uns gern eine Liste und wir übernehmen die Kommunikation. Wir bemühen uns, das Solimaterial zeitnah zu verschicken!

3.
Überlegt, ob ihr als Gruppe / Verein / Organisation, Geld für die Solikampagne spenden könnt, um somit die Kampagne und Repressionskosten teilweise zu finanzieren. Erzählt euren Mitgliedern und eurem Publikum von der Kampagne
und bittet sie um eine Spende. Auch kleine Beträge sind wertvoll!

4. Überlegt, ob ihr Kapazitäten habt, um Spendenaktionen zu starten. Zum Bei-
spiel könnt ihr bei euren Veranstaltungen Spenden sammeln. Auch in solidarischen Clubs oder bei kulturellen – oder Bildungsveranstaltungen können Spendendosen am Einlass aufgestellt werden. Mit einer Essensbude, einer Cocktailbar oder ande-ren Verkaufsständen bei Festivals, Stadtfesten oder Nachbarschaftsevents kann schnell und einfach viel Geld eingenommen werden. Durch Solipartys kann in kurzer Zeit sehr viel Geld eingenommen werden. Es gibt viele Möglichkeiten! Schreibt uns gern an, um eure Ideen zu diskutieren oder falls ihr euch organisa-torische Hilfe wünscht. Schickt uns gern Fotos von euren Aktionen!

5. Wenn ihr Kontakt zu Journalist*innen, Medienschaffenden oder Pressever-treter*innen habt, oder es in eurer Stadt ein cooles Stadtmagazin gibt, könnt ihr anfragen, ob die Möglichkeit besteht, unseren Spendenaufruf abzudrucken, ein Interview mit uns zu führen oder auf andere Weise auf die Kampagne aufmerksam zu machen! Andernfalls freuen wir uns auch über die Vermittlung von Kontakten oder Hinweise auf Medien, welche uns unterstützen könnten!

Anmerkung:
Sollte es aus bestimmten Gründen nicht möglich sein, Spenden
auf unser Spendenkonto zu überweisen, können wir gern eine
persönliche Übergabe arrangieren.

How can you support the campaign of solidarity?


Dear friends,

A fundraising campaign lives above all through diversity and multipliers. Even though we – the internationalists of the CDU-squat on 25 October 2019 and our socio-political environment – do our best to continually go against the genocide in Kurdistan, to draw attention to the complex of the Kurdish Freedom Movement, and to cover the costs of repression for the legal proceedings in the wake of the CDU-squat, our opportunities in Chemnitz are still limited. Therefore, we need your practical solidarity! We hope to provide a little inspiration through our analysis and actions and to highlight the necessity of an internationalist intervention in Europe. We do not expect you to neglect your work priorities and social struggles to support us, but we wish for some support and intellectual participation. We hope that you will think of our campaign and our aims during your projects and raise money wherever it is possible. We are very excited for your actions and donations! ❤️

Serkeftin! (kurdish: „Be successful!“)

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POSSIBILITIES OF SUPPORT FOR INDIVIDUALS

1. Tell all people the around you about the war in Kurdistan, the CDU-squat in Chemnitz and the campaign of solidarity!

2.
Consider places and locations where material (posters, flyers) can be put up or distributed. Ask directly in these locations whether this is possible or feel welcome to send us a list and we will take care of the communication. We will endeavor to send the materials as soon as possible!

3. Consider whether people around you would be willing to donate money for the campaign of solidarity and thus to partially finance the campaign and the costs of repression. Tell them about the campaign and ask them for a donation. Even small contributions are valuable!

4. Consider whether you and perhaps some friends have capacities to start small fundraisers. For example, donation boxes can be placed at the entrance of clubs that show solidarity or during cultural or educational events. With a food stall, a cocktail bar, or other stalls at festivals, city events, or neighborhood events, a lot of money can quickly and easily be made. Also with street music or fundraising in much-used, public places or at demonstrations small contributions can be gather-ed. There are many possibilities! Feel free to reach out to us to discuss your ideas – or if you need organizational help. Please be welcome to send us photos of your actions!

5. If you are in contact with journalists, media makers or media representatives, or if you have a cool city magazine, you can request if it is possible to print our appeal for donations, to conduct an interview with us, or to draw attention to the campaign in a different way! Otherwise, we are also happy if you provide contacts or refer-
ences to media that could support us!


POSSIBILITIES OF SUPPORT FOR GROUPS AND ORGANISATIONS

1. Draw attention to the war in Kurdistan, the CDU-squat in Chemnitz and the solidarity campaign via internet channels, analogue media and in your facilities! Send our appeal for donations to all friendly groups / associations / organisations. The more people learn about the campaign, the more donations can be acquired and the more people become aware of the inhuman war in Kurdistan!

2. Consider whether you can put up or distribute material (posters, flyers) in your facilities or other locations. Ask directly in these locations whether this is possible or be welcome to send us a list and we will take care of the communication. We
will endeavor to send the materials as soon as possible!

3. Consider whether your group / association / organization can donate money for the campaign of solidarity and thus to partially finance the campaign and the costs of repression. Tell your members and your audience about the campaign and ask them for a donation. Even small contributions are valuable!

4. Consider whether your group has the capacity to start small fundraisers. For instance,you can collect donations during your events. Donation boxes can be placed at the entrance of clubs that show solidarity or during cultural or educational events. With a food stall, a cocktail bar or other stalls at festivals, city events or neighborhood events, a lot of money can quickly and easily be made. Also with street music or fundraising in much-used, public places or at demonstrations small contributions can be gathered. There are many possibilities! Feel free to reach out to us to discuss your ideas or if you need organizational help. Please be welcome to send us photos of your actions!

5. If you are in contact with journalists, media makers or media representatives, or if you have a cool city magazine, you can request if it is possible to print our appeal for donations, to conduct an interview with us, or to draw attention to the campaign in a different way! Otherwise, we are also happy if you provide contacts or refer-
ences to media that could support us!

Note:
If it is not possible for certain reasons to transfer donations to our donation bank account, we care to arrange a personal handover of the donation.

#2 Kommentar zum FP-Artikel „Besetzer von CDU-Büro lehnen Geldstrafen ab“

Quelle: Freie Presse: Besetzer von CDU-Büro lehnen Geldstrafen ab. Sandra Häfner. 16.07.2020

Mitte Juli veröffentlichte die größte Lokalzeitung der Stadt einen Artikel über die Repression im Nachgang der CDU-Besetzung. In dem Artikel befinden sich Falschinformationen, die wir richtig stellen wollen.

Der erste Fehler ist im zweiten Satz des Artikels zu finden. Nicht 14, sondern 13 Internationalist*innen hielten das CDU-Büro im Oktober 2019 für mehrere Stunden besetzt. Die von der Polizei vermutlich mitgezählte 14. Person hat eine Anzeige wegen Mittäterschaft bekommen, war jedoch niemals in dem CDU-Büro.

Des Weiteren kritisieren wir die Verwendung des Begriffes „Sympathisanten“ zur Umschreibung der Aktivist*innen. Diese Wortwahl könnte irreführenderweise den Leser*innen suggerieren, es handelte sich um Sympathisant*innen der CDU. Außerdem bedarf es etwas mehr als Sympathie, um eine derartige politische Aktion durchzuführen und die Polizeigewalt und Repression in Kauf zu nehmen. Mit Bezeichnungen wie „Aktivist*innen“, „Protestierende“ oder „Internationalist*innen“ sind Sie auf dem richtigen Weg.

Unseres Wissens nach haben lediglich drei Personen Einstellungen der Ermittlungen erhalten. Entweder handelt es sich hierbei um eine Fehlinformation, oder die Behörden haben Probleme mit ihrem Postverkehr.

Die Summen der Geldstrafen berufen sich auf 1200€ bis 2700€ pro Internationalist*in. Insgesamt sollten die Internationalist*innen der CDU-Besetzung dem Staat eine Strafe in Höhe von 11.700€ zahlen. Hinzu kommen die Kosten, welche die Polizei rechtswidrig erheben will, um den Polizeieinsatz durch die Aktivist*innen refinanzieren zu lassen. Sowohl gegen die Zahlungsbescheide, als auch gegen die Strafbefehle, haben die meisten Betroffenen Einspruch eingelegt. Derzeit erwarten sie die erste Einladung zum Gerichtsprozess.

Im letzten Abschnitt schreibt die Freie Presse, die Staatsanwaltschaft hätte für einige Personen Haftbefehle beantragt und diese aus der Untersuchungshaft entlassen. Diese Information ist völlig aus der Luft gegriffen. Es haben sich niemals Internationalist*innen von der Besetzung im Nachgang in Untersuchungshaft befunden. Eine Internationalistin wurde am Tag der Besetzung für mehrere Stunden in Gewahrsam genommen und noch am 25.10.2019 wieder entlassen.

Wir finden diesen Artikel der Freien Presse beschämend und appellieren an die Umsetzung der journalistischen Prinzipen. Wie wir dargelegt haben, mangelt es dieser Recherche an Wahrhaftigkeit und Sorgfalt. Eine Befragung der Polizei ist nicht ausreichend (und selten notwendig), um einen qualitativen Bericht über lokale Ereignisse zu schreiben. Vielmehr sollten Sie die Perspektive der Aktivist*innen einholen, welche immer eine andere sein wird, als die der Polizei. Wir fordern eine offizielle Richtigstellung und sind zukünftig gern bereit, Ihre Fragen zu beantworten.

Repression #2

Der Kampf mit den staatlichen Repressionen gegen die 13 Aktivist*innen, welche am 25. Oktober 2019 das Chemnitzer CDU-Büro besetzten, geht weiter.

Nachdem fast alle Internationalist*innen Widerspruch gegen die Zahlungsauffor-derung der Polizeidirektion Chemnitz eingereicht haben und nun bis Ende Juli Zeit haben, ein Begründungsschreiben einzureichen, kehrte vorerst etwas Ruhe ein. Doch im April diesen Jahres bekamen drei der Aktivist*innen eine Ermahnung von der Staatsanwaltschaft und somit eine Einstellung ihres Verfahrens!
Kurz darauf erreichten uns jedoch die ersten Strafbefehle.

Die geforderten Strafzahlungen betragen pro Person zwischen 1200 und 2700 Euro, aufgeteilt auf 60 bis 100 Tagessätze. Somit befinden sich unsere Repress-ionskosten bereits im fünfstelligen Bereich. Auch gegen die Strafbefehle konnten die Betroffenen rechtzeitig Einspruch einlegen und bereiten momentan die Begründungen mit ihren Anwält*innen vor. Derzeit haben nur 4 Personen, welche im Zusammenhang mit der CDU-Besetzung von Repression betroffen sind, weder eine Einstellung noch einen Strafbefehl bekommen.

Wir halten euch über die weiteren Ereignisse auf dem Laufenden.
Der Kampf gegen Repression geht unentwegt weiter!

SPENDENAUFRUF

SPENDENAUFRUF FÜR INTERNATIONALIST*INNEN

Spendenkonto der Roten Hilfe Chemnitz

IBAN: DE31 4306 0967 4007 2383 61
BIC: GENODEM1GLS
Betreff: CDUbesetzen

Bitcoin per Bitcoin an

bc1qg8268s2e9nxdmgseph7am36u9t5a66wgpptrtf

Am 25. Oktober 2019 besetzten 13 Internationalist*innen erfolgreich das CDU-Wahlkreisbüro in Chemnitz. Nun laufen Ermittlungen gegen alle Beteiligten und
die ersten Strafbefehle ergeben Repressionskosten im fünfstelligen Bereich.

Am 9. Oktober startete die militärische Invasion der türkischen NATO-Armee
und ihrer verbündeten dschihadistischen Milizen gegen die Menschen in Nord-
und Ostsyrien (Rojava). Dieser Krieg dient keineswegs der „Grenzsicherung“, sondern faktisch der Vernichtung der kurdischen Identität und aller im Zuge der Revolution in Rojava geschaffenen Errungenschaften. Aufgrund der politischen, wirtschaftlichen und personellen Verbindungen der BRD mit der kolonialfaschis-tischen Präsidialdiktatur der Türkei, sahen sich Internationalist*innen in Chemnitz gezwungen, Protest zu verüben.

Dieser unmenschliche Vernichtungsfeldzug der Türkei gegen die Menschen in Kurdistan reiht sich ein in eine jahrzehntelange Tradition des Genozids und Femi-zids an Kurd*innen, Jesid*innen, Armenier*innen und vielen anderen unterdrückten Minderheiten in Westasien. Im April 2018 gelang es dem türkischen Staat mit einer Armee aus Dschihadisten unter Einsatz von deutschen Panzern und Kriegstechnik nach dreimonatigen Kämpfen mit den YPG/YPJ die Stadt Êfrin völkerrechtswidrig zu annektieren. Nun befindet sich die gefallene Stadt unter Schreckensherrschaft von religiösen Fundamentalisten und die AKP setzt sich zum Ziel, durch Ansied-lung von IS-Familien und arabischen Geflüchteten die Demografie der Region nachhaltig zu ändern – und Kurd*innen von der Karte zu tilgen.

Als in Efrin Bomben fielen, hat die internationale Gemeinschaft geschwiegen.
Als die türkische Armee und Dschihadisten verschiedenster islamistischer Organisationen, wie Al-Nusra und dem IS, 2019 in Rojava einfiel, bombardierte, exekutierte, Chemiewaffen einsetzte, vertrieb, plünderte und vergewaltigte, schwiegen die Herrschenden abermals. Hunderttausende Internationalist*innen tragen seitdem ihren Protest, ihre Wut und ihre Solidarität mit den Menschen in Rojava und einer einzigartigen Revolution auf die Straße.

Um gegen die kriegerische Zusammenarbeit der Bundesregierung mit der Türkei zu protestieren, besetzten am 25. Oktober 13 Internationalist*innen erfolgreich das CDU-Wahlkreisbüro am Markt in Chemnitz. Im Verlauf eines simulierten Interviews mit der Kreisvorsitzenden gelangten die Aktivist*innen gewaltfrei und unbewaffnet in das Parteibüro. Drei der Besetzer*innen ketteten sich mit Eisenschlössern irre-versibel an eine Absturzsicherung am Fenster. Aus den Fenstern im zweiten Stock wurde während der ganzen Besetzung mit Passant*innen und der unterstützenden Kundgebung vor dem Haus der CDU-Geschäftsstelle kommuniziert. Während den Verhandlungen mit der Polizei und der anschließenden Räumung verhielten sich alle Besetzer*innen entschlossen und gewaltfrei. Durch Angebote, Provokationen und Beleidi-gungen von Einsatzleitung und Beamten ließen sich die Internationa-list*innen nicht aus dem Konzept bringen. Trotz aller Zurückhaltung wendete die Polizei bei der Räumung permanent Schmerzgriffe und rohe Gewalt an. Nach fast vier Stunden war das CDU-Büro vollständig geräumt. Allen Besetzer*innen wurde nach der Räumung ein Platzverweis erteilt, eine Internationalistin wurde aus insze-nierten Gründen für mehrere Stunden in der Hauptwache gefangen gehalten.

Nach der Aktion suchten zwei Internationalist*innen mit Verletzungen an Kopf, Händen und Rippen einen Notfallchirurgen auf. Im Nachgang der Aktion wurden alle 13 Besetzer*innen beschuldigt, sich strafbar gemacht zu haben gemäß §§240, 123 StGB (Hausfriedensbruch, Nötigung) und §§ 17, 28 SächsVersG (Verbot von Vermummung u. Schutzwaffen bei Versammlungen). Eine weitere Person, welche auf der Kundgebung ein Interview gegeben hat, wurde wegen Mittäterschaft ange-klagt. Mehrere Aktivist*innen haben nun, zusätzlich zu Zahlungsaufforderungen, welche den Polizeieinsatz refinanzieren sollen, Strafbefehle erhalten. Gegen die geforderten Geldstrafen werden wir juristisch vorgehen. Die Strafzahlungen betra-gen pro Person zwischen 1200€ und 2700€, aufgeteilt auf 60 bis 100 Tagessätze. Somit befinden sich unsere Repressionskosten bereits im fünfstelligen Bereich.

WIR WERDEN HEUTE LAUTER SEIN DENN JE!

Es zeichnet sich ab, dass die nächste Eskalation kurz bevor steht. Im Angesicht der Corona-Pandemie und dem globalen Angriff auf die Gesellschaften, im Ange-sicht der wachsenden Aggression des türkischen Faschismus in Kurdistan und in der gesamten mittelöstlichen Region heißt es, im Sinne einer internationalen anti-faschistischen, antiimperialistischen und antikapitalistischen Front, gemeinsam Hand in Hand den Widerstand zu organisieren und sich auf den nächsten Angriff auf Rojava vorzubereiten. Der türkische Faschismus wird weder in Libyen, noch im Mittelmeer gestoppt werden, sondern in Rojava, in den Bergen Kurdistans und mit dem Aufstand in den Metropolen wird er sein Ende finden. Wir sehen uns als Teil der internationalen revolutionären Linken in der Verantwortung, die basisdemokra-tische, ökologische Frauenrevolution in Rojava zu verteidigen. Nichts wird uns da-von abbringen, Seite an Seite mit den Freund*innen in Rojava für die Revolution in Westkurdistan und gegen den Faschismus zu kämpfen.

Wir rufen hiermit alle Freund*innen dazu auf, unsere Spendenkampagne zu unterstützen. Werdet Teil der Spendenkampagne und sammelt Geld bei euren Veranstaltungen, oder auf der Straße. Kauft unsere Solishirts! Jeder Cent zählt!

Berxwedan Jîyan e! Widerstand heißt Leben!

Bijî berxwedane Rojava! Lang lebe der Widerstand in Rojava!

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Soli T-Shirt „DEFEND ROJAVA“

In Chemnitz wurde am 25.10.2019 das Wahlkreisbüro von Frank Heinrich (CDU) durch 13 Internationalist*innen besetzt, um auf den völkerrechtswidrigen Angriffs-krieg der Türkei auf Rojava aufmerksam zu machen. Diese Besetzung wurde gewaltsam von der Polizei geräumt. Die Repressionkosten sind aktuell schon in einem fünfstelligen Bereich. Damit solche und andere Aktionen weiterhin stattfinden können, würden wir uns freuen, wenn ihr euch solidarisch zeigt und ein T-Shirt kauft. Die Shirts sind zu 100% aus Baumwolle und fairtrade. Die Einnahmen des Vertriebs gehen zu 100% an die Kampagne. Bei finanziellem Überschuss wird das Geld an ähnliche Projekte oder Gruppen gespendet. Ihr könnt natürlich auch direkt an die Solikampagne CDU BESETZEN? UNBEZAHLBAR! spenden. Alle Informationen zur Besetzung und umfassende Informationen zu dem Krieg in Kurdistan findet ihr auf diesem Blog.

Die T-Shirts könnt ihr bei BLACK MOSQUITO bestellen.

Vorderseite

Rückseite

Berxwedan Jîyan e! Widerstand heißt Leben!
Bijî berxwedane Rojava! Lang lebe der Widerstand in Rojava!


ANMERKUNG ZUM DESIGN

Wir sind uns bewusst, dass eine Kriegswaffe ein provokantes Motiv für ein T-Shirt darstellt und durchaus ohne tiefere Überlegungen als kriegsverherrlichend interpre-tiert werden kann. Wir wissen auch, dass wir mit einem anschlussfähigeren Motiv eine breitere Masse erreichen könnten und somit auch mehr Geld einnehmen wür-den, um unsere Repressionskosten zu decken. Wir haben jedoch die AK-47 als Motiv gewählt, weil wir diese Waffe als Symbol für die Selbstverteigidungskraft der Revolution in Rojava betrachten. Abdullah Öcalan, der ideologische Vordenker der kurdischen Befreiungsbewegung, schrieb 2011 in „Die Roadmap für Verhandlung-en“ über das Prinzip der Wehrhaftigkeit von Demokratien. „Die demokratische Gesellschaft und das freie Individuum müssen nicht nur revolutionäre und evolutio-näre Fortschritte hervorbringen, sondern gleichzeitig auch das Problem der Selbst-verteidigung lösen. Die jüngste Phase der strukturellen Krise der kapitalistischen Moderne hat die Selbstverteidigung zum dringendsten Problem gemacht. Jede Gemeinschaft muss sich als Selbstverteidigungseinheit konstituieren, ebenso wie als ökonomische, ökologische und demokratische Einheit.“

Im Zuge der Revolution in Rojava bildeten sich ab 2011 bewaffnete Selbstvertei-digungsstrukturen, um die Gesellschaft gegen Angriffe des syrischen Regimes
und fundamentalistischer Rebellen-Armeen zu verteidigen. Seitdem kämpfen die Freund*innen in Kurdistan Seite an Seite gegen repressive und imperialistische Großmächte und dschihadistische Armeen, wie den Islamischen Staat und Al-Nusra. Ohne die selbstlose Aufopferungsbereitschaft und die militärische Ent-schlossenheit der Selbstverteidigungskräfte, wäre es niemals möglich gewesen, die Zivilbevölkerung und die demokratischen Errungenschaften von Rojava zu schützen. Die Anwendung von Gewalt erscheint in diesem Zusammenhang als unmittelbare Notwendigkeit.

Es ist nicht unser Ziel, die Verteidigung der Revolution in Rojava mit all ihren zivi-
len Errungenschaften der Organisierung auf den bewaffneten Kampf zu reduzieren. Dennoch spielt dieser eine besondere Rolle – einerseits im Kontext des Krieges im Mittleren Osten, andererseits im Zuge der Frauenrevolution. Dass sich Frauen in Kurdistan aus feudal-patriarchalen Familienstrukturen erheben und gegen Unter-drückung und Versklavung kämpfen, zeugt von einem tiefen gesellschaftlichen Umbruch. Eine Frau, die eine Waffe trägt, das Herrschaftssymbol des Mannes, rüttelt an den Grundfesten des Patriarchats. Mit dem Motiv wollen wir Diskussio-
nen zu diesem Kampf, der kategorischen Ablehnung jeglicher Anwendung von Gewalt und der Rolle der BRD als viertgrößten Waffenexporteur der Welt (Stand März 2020), sowie der Lieferung von Kriegswaffen und Rüstungsgütern der Bun-desregierung an die Türkei anregen.

Soli-Graffiti aus Magdeburg ❤️

Die Freund*innen vom SOLIBÜNDNIS KURDISTAN MAGDEBURG haben
am 25. Mai 2020 ein sehr schönes Graffiti in Solidarität mit CDU BESETZEN? UNBEZAHLBAR! gemalt. Danke für eure Unterstützung! Liebe Grüße zurück
und viel Erfolg für eure weitere politische Arbeit!
Serkeftin! (kurdisch: „Seid erfolgreich!“)


„Von Magdeburg bis nach Karl-Marx-Stadt! Wir senden euch heute ein kleines Zeichen der Solidarität! Im Oktober letzten Jahres wurde in Chemnitz das Parteibüro der CDU besetzt, um auf den Angriffskrieg der Türkei gegen die Autonomieregion Rojava aufmerksam zu machen. Während der Angriffskrieg weiter tobt, werden die Freundinnen und Freunde mit Repression überzogen. Eure Solidarität ist gefragt! Spendet an die Betroffenen!“

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Blog vom Solibündnis Kurdistan Magdeburg

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Interview mit Radio Corax – Besetzung und Kampagne

Radio Corax ist ein Freies Radio im Raum Halle, welches eng mit diversen Subkulturen und Musik-Szenen verbunden ist. Als nichtkommerzielles Lokalradio sendet Radio Corax 24 Stunden täglich. Corax ist Mitglied im Bundesverband Freier Radios (BFR) und im Community Media Forum Europe (CMFE). Seit 2013 ist Radio Corax auch Mitglied bei AMARC. Getragen wird der Sender vom gemeinnützigen Radioverein Corax e. V., der 1993 gegründet wurde. Die Sendungen werden zum größten Teil von eigenen Redaktionen gestaltet. Diese bestehen aus Einzelpersonen, Künstler*innen, Migrant*innen, Schüler*innen, Kindern, antirassistischen und anderen Projektgruppen.

Beitrag vom 20.05.2020

Radio Corax: Im Oktober [2019] gab es die [CDU-]Besetzung. Was war der Anlass für die Besetzung?

CDU BESETZEN? UNBEZAHLBAR!: Der Anlass war der Krieg gegen die Selbstverwaltungsgebiete in Rojava also praktisch Nordostsyrien. Der türkische Staat hat am 9. Oktober 2019 mit einer Großoffensive begonnen, die kurdisch besiedelten Städte anzugreifen und einen ethnischen Säuberungskrieg durchzuführen. Wir sahen die CDU in der Verantwortung, durch ihre Waffenexporte, durch die Duldung des Krieges und die Finanzierung von Erdogans Regime. Der Anlass, die CDU zu besetzen, war auch, der Öffentlichkeit zu zeigen, dass die Verantwortlichen auch hier sind, nicht nur in Chemnitz und Leipzig, dass die Kriegsverantwortlichen nicht nur aus Ankara und Moskau stammen, sondern auch in Berlin im Bundestag organisiert sind.

Radio Corax: Inwiefern gibt es eine Verantwortung von der deutschen Politik für den türkischen Angriffskrieg?

CDU BESETZEN? UNBEZAHLBAR!: Die deutsche Politik war in den letzten 20 Jahren verantwortlich für fast alle Kriege auf diesem Planeten. Wenn wir uns die Studien anschauen, die 2018 raus kamen, zeigen sie, dass alle elf Minuten ein Mensch durch eine deutsche Kugel stirbt. Wir müssen uns die Statistiken anschauen, wie das Geschäft von Waffenexporten in Deutschland den weltweit den dritten Platz einnimmt und Milliardengeschäfte gemacht werden und vor allem an die Türkei verkauft wird, seien es leichte oder schwere Waffen, wie Leopard II Panzer, die auch in dem Krieg [in Rojava] eingesetzt werden. Die Panzer, die in Deutschland produziert wurden, sind gerade in den Händen der Dschihadisten, die mit der türkischen Armee Städte [in Rojava] besetzt haben und der Krieg geht immer noch voran.

Radio Corax: Die Besetzung zielte darauf ab, eine Öffentlichkeit zu schaffen. Was wurde durch die Besetzung erreicht?

CDU BESETZEN? UNBEZAHLBAR!: In meinen Augen wurde durch die Besetzung der CDU vieles erreicht, weil der Öffentlichkeit gezeigt wurde, dass die Hauptursache von Flucht Krieg ist und diese Kriege zwar, wie deutsche Politiker*innen immer behaupten, im Hintergrund stattfinden, also in Lybien, Syrien, im Irak oder in Kurdistan, aber diese Kriege nicht nur von Ankara befürwortet werden, sondern auch von Berlin, Moskau und Washington vorbereitet sind. Die Öffentlichkeit muss darauf aufmerksam gemacht werden, dass auch wir Verantwortung tragen.

Radio Corax: Welche Reaktionen gab es [auf die CDU-Besetzung] in Chemnitz?

CDU BESETZEN? UNBEZAHLBAR!: Es gab verschiedene Reaktionen. Einerseits haben Teile der Bevölkerung die Aktion befürwortet, als sie davon erfahren haben, andererseits kam es auch dazu, dass sich [zwei] Neonazis um die Kundgebung versammelten und Provokationen stattfanden. Wie man sieht, wird der Faschismus, werden die Neonazis hinter der CDU stehen, weil auch sie die Waffenexporte befürworten, aber die demokratische Zivilgesellschaft steht hinter uns und hat ihre Solidarität bekundigt. Zum Beispiel die Jugendlichen aus Chemnitz [von Fridays For Future] haben spontan eine Kundgebung angemeldet.

Radio Corax: Wie lief die Besetzung ab? Wann ist die Polizei eingeschritten?

CDU BESETZEN? UNBEZAHLBAR!: Die Polizei kam höchstens zehn Minuten nach Beginn der Besetzung, als es schon die erste Mitteilung der Aktion über Social Media gab. Die [Mitarbeiterin der CDU] hat der Polizei so schnell wie möglich Bescheid gegeben und diese erschien mit einer Aggressivität, als wäre in dem CDU-Büro in Verbrechen begangen worden. Einige Genoss*innen wurden auch verletzt, weil die Polizist*innen der Meinung waren, dass man ihnen weh tun kann.

Radio Corax: Welche Strafverfahren wurden im Nachgang eröffnet?

CDU BESETZEN? UNBEZAHLBAR!: Es gibt gegen jede*n Besetzer*in Strafverfahren wegen Hausfriedensbruch und Nötigung [sowie wegen Verstoß gegen das Sächsische Versammlungsgesetz. Eine Person, welche vor dem CDU-Büro eine Pressemitteilung abgegeben hat, wurde wegen Mittäterschaft angezeigt]. Die meisten haben noch keine Post von der Staatsanwaltschaft bekommen, aber dass polizeiliche Ermittlungen gegen uns laufen, ist uns bekannt.

Radio Corax: Kann man schon absehen, in welchem Rahmen sich die zu erwartenden Strafen bewegen?

CDU BESETZEN? UNBEZAHLBAR!: Ich erwarte keine hohen Strafen, wir werden allerdings versuchen, diesen Prozess so politisch wie möglich zu halten, weil es einen Anlass für diese Aktion gab. Es gibt einen Anlass dafür, dass hunderttausende Menschenleben gefährdet wurden und sind und dafür, dass sich die Politik ändern muss.

Radio Corax: Jetzt gibt es eine Spendenkampagne für diejenigen, denen Strafprozesse drohen. Wie kann die Kampagne unterstützt werden?

CDU BESETZEN? UNBEZAHLBAR!: Es gibt [Flyer und] Plakate mit dem Spendenkonto, [sowie eine Website der Kampagne]. Auch auf anderen Websites wie Indymedia oder Social Media wie Facebook und Twitter wurde der Spendenaufruf verbreitet. Die Kampagne ist auch ein Aufruf, zur Legitimität von Aktionen des zivilen Ungehorsams, wie Besetzungen von politischen Parteibüros, und dass diese nicht in die Illegalität rücken dürfen. Die Jugendlichen, die sich in der Verantwortung gesehen haben, sich gegen so einen Krieg zu stellen, gegen ein Menschheitsverbrechen, müssen weiterhin unterstützt werden, damit sie nicht nur politische Aktionen wegen Rojava machen können, sondern [wegen den Zuständen] überall auf der Welt, zum Beispiel weil während der Corona-Pandemie das Mittelmeer ein noch viel düsterer Friedhof wird. Solchen Jugendlichen muss die Möglichkeit gegeben werden, weiterhin Aktionen zu machen.